Plastikverbot: Was es für dich bedeutet

Gin Tonic ohne Strohhalm? Strafe zahlen für Plastiktüten? Geht’s noch? Ja, geht, sogar ziemlich gut. Und wir müssen sowieso, denn die EU will das Plastikproblem endlich angehen: Mikroplastik, Einwegplastik, Plastiktüten, das wird jetzt geregelt. Denn Plastik tötet – nicht nur Wale, Fische und andere Tiere im Meer, sondern auf lange Sicht wohl auch uns.

In diesem Beitrag erfährst du:

  • Wie Plastik dich und die Umwelt schädigt
  • Wer und was von dem Einwegplastik-Verbot betroffen ist
  • Wie du in Zukunft deinen Cocktail trinkst (nein, nicht mit Plastikhalm ;-))

Plastikmüll – das Weltproblem in deiner Blutbahn

Überall auf der Welt versucht man, das Plastik einzudämmen – mit Strafen, Verboten, Vorschriften. Doch obwohl Plastiktüten immer öfter etwas kosten – teils sogar hohe Geldstrafen – fliegen oder schwimmen immer noch zu viele durch die Gegend. Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen steigt weiterhin. Laut EU-Kommission entstehen allein in der EU jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Der Großteil landet auf Mülldeponien oder irgendwo in der Umwelt – auf illegalen Kippen in Süditalien, in Flüssen, im MeerNichtmal ein Drittel wird wiederverwertet. Wenn es so weitergeht, schwimmt im Meer ab 2050 mehr Plastik als Fisch.

Plastik am Strand: Top 10 (Quelle: Europäische Kommission)

Wissenschaftler befürchten, dass das Plastik irgendwann auch in deinen Körper wandert (Nahrungskette, Wasser, Luft) und haben das auch nachgewiesen. Was das anrichtet, ist noch nicht so richtig erforscht, aber gesund dürfte es nicht sein, Plastik im Blut zu haben. Wir befinden uns sozusagen in einem großen Experiment mit unklarem Ausgang – und sind Forscher und Versuchskaninchen in einem.

Der Tüten-Wahnsinn

Ein offensichtliches Problem sind Plastiktüten. Sie fliegen durch Steppen, liegen in Parks herum, werden am Strand angespült und sammeln sich zuhause massenweise in einem Schub. Vor kurzem gab es auch bei uns in den meisten Geschäften noch immer eine Plastiktüte dazu. Jetzt kostet sie was – und viele Kunden sind deswegen sauer. An ihre Vernunft zu appellieren, macht wenig Sinn. Wenn man seinen Einkauf mitnehmen will und nicht weiß, wohin damit, spielen Umweltschutz, Tierschutz, Menschenschutz (oder was auch immer für eine Rücksichtnahme) eben keine so große Rolle mehr: Die Tüte ist mir näher als der Ozean. Ein menschliches Problem, in der Wissenschaft bekannt als “Externe Effekte”, und es wird uns vielleicht irgendwann Kopf und Kragen kosten.

EU: Schluss mit Einweg-Plastik ab 2021

Bis spätestens 2021 sollen in der EU Wegwerfprodukte aus Plastik verboten sein. Kein Plastikhalm mehr im Gin Tonic, auch keine Rührstäbchen im Coffee to go, wobei der Kaffee selber dann vermutlich auch nicht mehr aus dem Einwegbecher kommen soll. Ebenfalls auf der Abschussliste: Plastikbesteck und -teller, dünne Plastiktüten, Plastik-Wattestäbchen und viele weitere Wegwerfprodukte aus Plastik.

Mit den Halmen ist es echt ein Drama: Allein in Deutschland werden jährlich ca. 40 Milliarden Plastik-Strohhalme verbraucht. Wir saugen und kauen ein paar Minuten dran herum, dann fliegen sie in den Müll. 500 Jahre dauert es, bis so ein Halm sich zersetzt hat. Bis dahin rutscht er irgendwann vielleicht ins Meer, tötet eine Schildkröte und landet nach vielen hundert Jahren als Mikroplastik im Blut der Menschen, sofern es dann noch welche gibt. Was werden die Archäologen im Jahr 2400 über unsere Zivilisation sagen, wenn sie auf unsere Plastikhalm-Sedimentschicht stoßen? Vermutlich werden sie sich fragen, ob es damals wirklich schon intelligentes Leben auf der Erde gab.

Alternativen zum Plastik-Strohhalm

Und wie trink’ ich denn jetzt meinen Gin Tonic? Natürlich auch weiterhin mit dem Strohhalm, wenn es sein muss. Der besteht in Zukunft aber aus Bambus, Glas, Papier, Kupfer, Silikon oder Nudelteig. Immer mehr Startups bringen Alternativen zum Plastik-Strohhalm auf den Markt, und es ist kaum zu glauben, wie viele tolle Ideen da plötzlich herumschwirren.

Aber wie trinkt sich’s mit so einem Kupferstrohhalm? Wir vom 1-2-SCIENCE Team werden ein paar Nichtplastik-Strohhalme ausprobieren, am 29.11.2018 in Regensburg. Vielleicht magst du ja mittrinken? Wir würden dich auf einen Cocktail einladen – komm vorbei oder noch besser: Melde dich an zur Veranstaltung >>> hier auf Facebook!


Und wir wären übrigens auch ganz neugierig, falls du schon Erfahrungen mit Strohhalm-Alternativen gesammelt hast. Dann schreib doch in die Kommentare auf Facebook, denn wir bleiben an dem Thema dran und freuen uns über jeden coolen Input!

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    Ann-Kathrin Luber Verfasst von: