Mit Big Data den WM-Sieger vorhersagen?

Wer wird Weltmeister? Überall auf der Welt, beim Bäcker, in der Bahn und speziell in zahlreichen Tippgemeinschaften, wird über den künftigen WM-Sieger spekuliert. Auch Ökonomen beschäftigen sich mit dem neuen Weltmeister. Immer wieder nutzen sie große Sportevents, um ihre Kenntnisse in Sachen Big Data zu präsentieren, indem sie die Spielergebnisse und Turnierverläufe vorhersagen. Wie gut diese datengestützten Blicke in die Zukunft sind, erfährst du hier.

 

Vorhersagen zur WM 2018

WM 2018 Big Data
Quelle: Commerzbank

Banken und Beratungsunternehmen wie die Commerzbank, UBS, Goldman Sachs, Deka und Deloitte nutzen die diesjährige WM, um möglichst datengestützte und objektive Spielergebnisse zu prognostizieren. Die Vorhersagen kommen alle zu einem gemeinsamen Ergebnis: Deutschland steht am 15. Juli 2018 in Moskau im Finale. Die Commerzbank tippt dabei sogar auf Deutschland als künftigen Weltmeister. Die Wahrscheinlichkeit einer deutschen Titelverteidiung liegt demnach bei 18,3 %. Allerdings ist es nach dem Modell zufolge um knapp 82 % wahrscheinlicher, dass dies nicht passiert. Auch das Kreditinstitut Deka räumt der deutschen Nationalmannschaft mit 7,3 % gute Chancen auf den WM-Sieg ein – lediglich Brasilien mit 7,7 % stufen sie als noch wahrscheinlicher ein. In der Relation stehen also die Chancen für Deutschland ziemlich gut – absolut allerdings nicht.

So entstehen Prognosen

Um Deutschland und Brasilien in den Kreis der Favoriten einzuordnen braucht es keine auf Daten basierende Modelle – nicht einmal fundierte fußballerische Sachkenntnisse sind dafür notwendig. Nichtsdestotrotz folgen die wissenschaftlichen Prognosen einem ökonomischen Ansatz: Mit Hilfe umfassender Datensätze werden Zufallsmomente möglichst ausgeschlossen und wahrscheinliche Zusammenhänge hergestellt. Dabei werden Faktoren wie akuelle Ergebnisse, Mannschaftsbewertungen und der Kontinentvorteil einbezogen. Basierend auf riesigen Datenmengen werden mehrere hunderttausend Turnierverläufe simuliert. Daraus lassen sich Gesamtwahrscheinlichkeiten generieren, in wie weit eine Mannschaft das Turnier gewinnen wird.

Aber auch Wettbüros dienen als Prognosemodell. Diese funktionieren nach dem Prinzip der Börse, wo sich durch Angebot und Nachfrage ein “fairer” Preis bildet. Die weltweiten Tippabgaben bringen Prognosen hervor, die in der Vergangenheit dem tatsächlichen WM-Ausgang verblüffend nahe kamen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Schwarmintelligenz.

Wie verlässlich sind die Vorhersagen?

Zahlreiche Ökonomen tippten 2014 den WM-Sieger. Von 174 befragten Volkswirten setzten 57 % auf Brasilien als Turniersieger – lediglich 17 % auf Deutschland. Damit versagten die ausgefeiltesten Modelle. Der 7:1 Sieg von Deutschland über Brasilien galt als ein Extrem, das im Vorfeld von keinem Modell vorausgesagt wurde. Umso erstaunlicher ist es, dass mehrere IT-Unternehmen den Turniersieger im Vorfeld richtig tippten. Während Google 14 der 16 Spiele der K.o.-Runde sowie den Weltmeister Deutschland richtig vorhersagte, prognostizierten Microsofts Big Data Analysten sogar alle Spiele der K.o.-Runde richtig.

Nach wie vor sind Vorhersagen im Fußball sehr schwer zu treffen. Sie werden von einen hohen Zufallsfaktor bestimmt. Bereits eine Verletzung oder eine Fehlentscheidung kann komplette Spiel- und Turnierverläufe beeinflussen. Das weiß jeder Tipper. Mit datenbasierter Technik lassen sich dennoch Modelle entwickeln, die sich möglichen Spielergebnisse nähern. Mehr zu der Leistungsfähigkeit von Big Data findest du in unserem Blog.

Traust du weder datenbasierten Prognosen noch Wettquoten, kannst du auch den Rat von Tier-Orakeln befolgen, um beim Tippspiel abzuräumen. Bei der WM 2010 tippte beispielsweise “Okrakel Paul” alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft richtig. 🙂

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    Johannes Geyer Verfasst von: