KÖPFE: Robotik Professor Thomas Schlegl

Er liebt die Hände von Robotern und macht Musik. Sein Humor ist trocken, und im Job lebt er seine Leidenschaft: Prof. Dr. Thomas Schlegl ist Robotik-Professor an der OTH Regensburg. Und nicht in Tokio.


Ich frage Schlegl, was er heutzutage nach dem Abi machen würde. Antwort: Genau dasselbe wie schon mal: Nach dem Abi zur Bundeswehr, auch wenn es hauptsächlich “Langeweile und den Verlust einiger Intelligenzpunkte” einbrachte (da ist er, der trockene Humor ;-)). Dann nach München, Elektrotechnik studieren. Am Ende des Studiums Diplomarbeit und dabei eher zufällig auf das Thema Robotik stoßen. Sich in die Robotik verlieben, einen japanischen Robotik-Experten kennenlernen, diesen dann in Tokio besuchen und ein halbes Jahr lang in Japan über das Lieblingsthema Roboterhände forschen. Darüber promovieren und die Robotik zum Lebensthema machen.

Regensburg und Tokio

An Japans Ostküste versammelt sich in den achtziger und neunziger Jahren alles, was in der Robotik Rang und Namen hat – und Schlegl, der junge Roboterfan, ist mittendrin. Er bewundert die Konsequenz und Zielstrebigkeit der Menschen in Japan, Eigenschaften, die er von sich selbst gut kennt. Und um ihn herum so viele Möglichkeiten – Industrie der Zukunft, berühmte Hochschulen, renommierte Robotik-Forscher. Warum nicht bleiben?

Die Japaner sind höflich und behandeln ihn freundlich. Aber er gehört nicht dazu. “Als Europäer bist du ein Außenseiter”, fühlt Schlegl. Und das will er nicht sein. Zu wichtig sind ihm Freunde, Familie, seine bayerischen Wurzeln. Regensburg – wo er geboren ist.

Machen, was ich will

„Schon als Kind hat mich begeistert, Dinge zusammen zu bauen, herum zu probieren und kreativ zu basteln.“ Der kleine Thomas hat Spaß an der Technik, und keine Angst, alles Mögliche auszuprobieren. Auch beim Musikmachen – Thomas’ zweiter Leidenschaft: Er liebt die technische Spielerei, das Schrauben am Equipment, an Verstärkern, Mischpulten, Boxen und Sound, und irgendwann wird sogar eine richtige Partyband draus. Das bringt Spaß und sogar ein bisschen Geld – keine schlechte Kombination.

Die Partyband ist Geschichte, die Musik ist geblieben. Noch immer spielt Schlegl gerne Klavier, Akkordeon und “so ziemlich alles, was Tasten hat”. Aber nur noch zur Entspannung und einfach nur für sich, zum Spaß

Mr. Robot

Auch als Professor an der OTH Regensburg macht Schlegl genau das, was er will und kann genau das verwirklichen, was er sich mal vorgestellt hat. Schlegl forscht in seinen Spezialgebieten – mehrfingrige Roboterhände und kollaborative Robotik.

Dabei entwickelt er auch Maschinen, die den Menschen irgendwann ersetzen könnten. Viele einfache Jobs werden wegfallen, das ist schon heute klar. Gewissensbisse? Einerseits schon, sagt Schlegl – vor allem, wenn er daran denkt, dass sogar höherqualifizierte Facharbeiter eines Tages von Robotern verdrängt werden könnten. Andererseits bringt die neue Technologie auch neue Möglichkeiten für die Wirtschaft und schafft mitunter sogar mehr Jobs, als sie verdrängt.

Hoffnung macht auch ein dritter Weg, an dem Schlegl intensiv arbeitet: Mensch und Roboter können zusammenarbeiten – kollaborative Robotik. „Bei der kollaborativen Robotik handelt es sich nicht um Vollautomatisierung“, betont Schlegl. „Im Gegenteil: Die Roboter unterstützen die Arbeiter und entlasten sie von ermüdenden Tätigkeiten.“

Werden uns die Maschinen beherrschen?

Wo Roboter immer besser werden, ist künstliche Intelligenz nicht weit. Werden die Maschinen bald schlauer sein als der Mensch, werden die Roboter uns am Ende beherrschen? Schlegl ist optimistisch und glaubt, dass der Mensch die Maschinen schon stoppen wird, bevor es zu spät ist. Alles andere wäre auch nicht wirklich intelligent ;-)..

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