KÖPFE: Prof. Arnold Weissman, Motivator

So stelle ich mir einen Unternehmer vor: Er packt an, begeistert, nimmt dich mit. Als Professor hat er es geschafft, mir nicht nur das Fachliche zu vermitteln. Und er könnte sogar mein Tennislehrer sein. Wer ist dieser Professor Arnold Weissman?

Everybody’s Darling?

Dass Arnold Weissman stark polarisiert, war mir klar. Schließlich habe ich ihn genau deswegen als 1-2-SCIENCE OTH-Kopf nominiert, und ich gebe zu, dass ich ein Fan bin, was mein Porträt auch nicht ganz objektiv macht. Und ja, es gibt auch Mitstudierende, die keine Weissman-Fans sind. Die fühlen sich von seiner Art vielleicht ein bisschen überfahren, das weiß der Professor auch selbst. Aber “Everybody’s darling is everybody’s Depp!” sagt er und spielt halt einfach seinen Ball – womit wir schon bei Lektion 1 wären: Steh zu deiner Position!

Für Weissman, den Unternehmensstrategen, heißt Selbstbewusstsein, sich seiner Fähigkeiten, Möglichkeiten und Wünsche klar zu werden, sich etwas zuzutrauen und das voller Überzeugung auch zu verfolgen, kurz: Sei selbstbewusst – deiner selbst bewusst.

Solche Sprüche höre ich immer wieder von Weissman. Kein Wunder: Der Mann ist Strategie-Experte, und das habe ich in seiner Vorlesung vom ersten Tag an genossen. “Unternehmensführung” bei Weissman fühlt sich nicht wie eine Vorlesung an sondern eher wie ein Motivationstraining. Eine Lebensstrategie-Beratung. Und das Montagfrüh um acht, wo man als Student/in ja auch gern mal im Bett bleibt ;-).

Die Strategie deines Lebens

Wie geht einer, der Unternehmen und Menschen Strategie beibringt, eigentlich an sein eigenes Leben ran? Jedenfalls erstmal nicht nach Plan. Als Zwanzigjähriger will Arnold nicht Professor oder Direktor werden – sondern Tennisspieler. Dafür brennt der junge Weissman Mitte der siebziger Jahre, genießt ein sorgloses Leben als Unternehmersohn im oberfränkischen Hof und geht zum Studieren nach Nürnberg.

Dann wird der Papa krank, und das ändert alles. Weissman muss in die Verantwortung, übernimmt die Firma und wird Unternehmer. Er wird nicht groß gefragt und macht einfach, das war so nicht gedacht, und es wird ein Höllenritt:“Mir ist bis heute ein Rätsel, wie die Firma das überlebt hat, denn ich habe keinen ernstzunehmenden Fehler ausgelassen.” Die Firma überlebt, und Arnold Weissman hat seine Bestimmung gefunden, ist sich “seiner selbst bewusst geworden”. Er will jetzt aufbauen, Erfolg haben, Unternehmer sein. Der Lebensplan des Arnold Weissman nimmt Formen an.

Was du sein kannst?

Natürlich will ich von einem Strategieexperten auch gerne ein paar Tipps für meine eigene Lebensstrategie. Was kann ich sein? Wie finde ich meine Bestimmung?

Du kannst alles sein, was du dir vorstellen kannst – wenn du bereit bist, den Preis zu bezahlen. Aha, das klingt ein bisschen pathetisch, aber es leuchtet mir ein, ökonomisch gesehen. Wobei sich die Frage stellt, wie ich denn überhaupt finde, “was ich mir vorstellen kann”. Mit einer Analyse, meint er: “Was wünschst du dir von diesem Leben? Was möchtest du in diesem Leben erleben? Welche Aufgaben machen dir Freude? Woran möchtest du gern arbeiten?” Ein Plan, der daraus folge, müsse nicht immer aufgehen. Aber ein Plan gibt Orientierung. Und Weissman warnt davor, sich von Geldfragen leiten zu lassen “Sucht euch etwas, was euch wirklich Freude macht! Sonst bekommt ihr nur Schmerzensgeld bezahlt.”

Bild: Ken Fasnacht

Wie geht’s weiter?

Jetzt denkst du vielleicht: “Wow, bei dem Prof will ich unbedingt mal in die Vorlesung?!” Zu spät: Arnold Weissman geht in den Ruhestand – wenn man das bei ihm so nennen kann. Ab Herbst 2019 ist er zwar nicht mehr an der OTH als lehrender Professor, aber er bleibt natürlich Professor für Unternehmensführung, Experte für Familienunternehmen, leitet weiterhin seine eigene Firma, ist Vater von vier Kindern und Opa eines Enkelkinds und spielt Golf.

Jetzt reizt ihn, Verbindungen herzustellen und Brücke zu bauen in die Zukunft – zum Beispiel vom “alten” Mittelstand zu den “jungen” Start-Ups, die auf dem Sprung sind. Dass der deutsche Mittelstand eine Chance hat in der neuen Welt, die sich gerade entwickelt, ist ihm ein Anliegen, dafür will er nun noch stärker arbeiten.

Und privat? Vielleicht doch noch Tennisprofi werden? Eher nicht: “Ich möcht’ gern die 100 schönsten Golfplätze auf der Welt spielen.”

Ein paar hat er schon gemeistert – und für den Rest hat er ja noch ein wenig Zeit 😉

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