KÖPFE: Jakob Graf, Hanf-Gründer

Noch vor Kurzem erheiterte er die Vorlesung seines BWL-Professors mit schlechten Witzen. Jetzt erlebt der Oberpfälzer Gaudibursch hautnah, was es bedeutet, selbst ein Unternehmer zu sein. Jakob Graf, 26, Absolvent der OTH Regensburg startet durch: Mit Hanf und Hans.

Jakob lacht schon von Weitem, als ich ihn zum Interview treffe. Dieser Typ befindet sich auf der Sonnenseite des Lebens. Jakob Graf, Masterabsolvent der OTH Regensburg, hat zusammen mit seinem Kumpel das Startup HANS Brainfood gegründet und so den ersten (legalen) Snack Riegel aus Hanfsamen hergestellt. Auf den bin ich neugierig.

Smoke Weed every Day?

WAS bitte muss man rauchen, um auf die Idee zu kommen, Hanfsamen anzubauen?! Nichts. Es klingt halt nur etwas komisch – Hanfsamenriegel. Eine schlaue Marketingstory, erinnert ein bisschen an Red Bull früher… 

“Davon abgesehen ist die für die Riegel verwendete Hanfsorte THC-frei und liefert dem Gehirn wichtige Nährstoffe.”, sagt Jakob. Und überhaupt ging es auch erstmal gar nicht um Hanfsamen, sondern um die Idee, einen gesunden und nahrhaften Riegel zu entwickeln. Diese entsteht auf dem Startup Weekend der Techbase im Jahr 2016 zusammen mit Kumpel Matthias Coufal. Man recherchiert nach einem gesunden und regionalen Rohstoff für so einen Riegel und kommt auf Hanf. 

Sie arbeiten hart, erleben Höhenflüge und Rückschläge, vertiefen sich in mühevolle Kleinarbeit. Zwei Jahre und unzählige Arbeitsstunden später präsentieren sie endlich den ersten Hanf-Riegel. Dieser Moment, als sie ihre erste Lieferung öffnen, fühlt sich für Jakob unbeschreiblich an – das pure Glück: 

“Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Das war schon ein unglaubliches Gefühl, nach zwei Jahren harter Arbeit endlich ein Ergebnis zu sehen!” 

Das Studium hat sich gelohnt!

“Wenn du gründest, brauchst du betriebswirtschaftliche Kenntnisse in sämtlichen Bereichen wie Finanzierung, Rechtsform bis hin zu Marketing und Vertrieb”, erklärt Jakob und das alles habe er an der OTH Regensburg gelernt. 80 Prozent seines Studiums kann er brauchen, eine erstaunliche Quote, finde ich. Den Master hat er in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing absolviert.

Damals, als er noch Witze machte, bei Prof. Saßmannshausens Entrepreneurship-Vorlesung, ahnte er nicht, wie wertvoll sich die Lektionen mal erweisen würden. 

In Störnstein daheim,
in der Welt zuhause

Jakob stammt aus dem oberpfälzischen Dorf Störnstein bei Weiden. Mit 18 geht er für ein Jahr Work&Travel nach Australien: “Ich kann nur jedem empfehlen, eine Zeit lang mal von Daheim wegzugehen. Man lernt so viele Dinge über das Leben und einen selbst und entwickelt sich unglaublich weiter.” Und was hat er gelernt? In aussichtslosen Situationen optimistisch zu bleiben und auch mal die Zähne zusammen zu beißen. Als das Geld knapp wird, isst er sechs Wochen lang jeden Tag Nudeln mit Speck, Zwiebeln und Eiern.

Dann kommt Jakob zurück – zum Studieren nach Regensburg. Das ist anders als Australien und nochmal anders als Störnstein. Jakob sagt: „Die Leute im Dorf sind solide, bodenständige Charaktere, die einen genauen Plan vom Leben haben. In der Stadt wird man auf vielerlei Weise inspiriert und bekommt einen viel größeren Horizont.“ Beides will Jakob in sein Leben einbauen: Bodenständig sein wie auf dem Dorf aber trotzdem über den Tellerrand blicken.

Just do it

Noch im Studium geht es Jakob wie vielen anderen: Er weiß nicht recht, wo es hingehen soll nach der OTH Regensburg. Was ihm aber schon klar ist: Er braucht die Freiheit und will sein eigenes Ding machen.

Irgendwann wird ihm klar, dass er nicht ewig auf eine Eingebung warten kann, sondern die Gelegenheit nutzen muss. Ein Ziel fassen und verfolgen. So kommt eins zum anderen: Die Idee, das Ziel, der Weg. Privatleben? Da lacht der Jakob – “das muss erstmal warten”. 

Ich spüre, wie viel Energie, Disziplin und Begeisterung in Jakob steckt. Ideen haben, Gas geben, dran bleiben, und zwar sofort. “Das einzige was man machen kann, ist, im Jetzt was zu machen,” bringt Jakob es am Ende des Gesprächs auf den Punkt.

Was bringt die Zukunft?

Einen Fallschirmsprung, eine Reise in die Antarktis und einmal im Leben selber ein Flugzeug fliegen. Das will Jakob unbedingt mal erleben. Außerdem eine Familie gründen und natürlich sein „Baby“ – wie er HANS Brainfood nennt – zu etwas Großem machen. Vielleicht sogar ein weiteres Startup gründen, wer weiß? 

Hast auch Du eine tolle Idee?

Das Startup Center der OTH Regensburg hilft dir.
Mit Unterstützung und Ratschlägen von erfahrenen 
Gründungsexperten wie Prof. Saßmannshausen .

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