Jobstart: So merkst du dir die neuen Namen

Erster Arbeitstag! Neuer Job, neue Firma, ein Berg neuer Informationen und vor allem: Viele neue Leute. Wer ist wer, wer macht was, wer kann mit wem, und vor allem: Wer kann sich schon all die neuen Namen merken?

Frauen sind darin noch besser als Männer, sagen Wissenschaftler – aber wirklich super sind die wenigsten Menschen im Namenmerken. Dabei ist das so wichtig, wenn du irgendwo neu anfängst. Und so peinlich, die Namen deiner Kollegen oder sogar deiner Chefs nicht zu kennen.

Warum können wir uns Namen so schwer merken?

Schuld ist wiedermal die Steinzeit. Da lebten die Menschen in kleinen und überschaubaren Gruppen und mussten allenfalls Freund und Feind an Gesichtern unterscheiden können. Ob jemand “Horst” hieß und höflich grüßte, war zweitrangig. Vielleicht war er gut im Büffeljagen und lebte am Berg, dann war er eben der “Büffeljäger vom Berg” – einfach zu merken für unser Gehirn. Es liebt die konkreten Dinge.

Keine 10.000 Jahre später muss genau dieses Gehirn damit klar kommen, dass wir in riesigen Städten leben, in wechselnden Beziehungen lieben, in immer neuen Firmen arbeiten und immer größere Netzwerke pflegen. Wir werden bombardiert mit Eindrücken und Informationen und immer häufiger etwa auch mit abstrakten Namen, mit denen wir nichts konkretes mehr verbinden können – schon gar keine Büffeljäger. Was bedeutet “Abd el Farag”? Wäre sie nicht die Ex von Dieter Bohlen (Assoziation!), hätten wir den Namen sofort vergessen. Den Sportarzt “Dr. Beinbrecher” können wir uns dagegen sofort merken. Aha! Ein Ansatzpunkt.

Wie können wir uns Namen besser merken?

Zum Glück sind unsere Steinzeithirne lernfähig, und sogar das Namenmerken lässt sich trainieren. Allerdings lernt jedes Hirn ein bisschen anders – kommt auf den jeweiligen Menschen an, dem das Gehirn gehört. Stell dir vor, du lernst Herrn Meier aus dem Controlling kennen. Der Mann mit der schwarzen Krawatte.

Der auditive Typ lernt am besten, in dem er etwas vorgesagt bekommt und nachspricht: „Mein Name ist Meier!“ „Herr Meier! Freut mich, Sie kennenzulernen. Mein Name ist Müller“.

Der haptische Typ notiert sich den Namen am besten gleich. In Gedanken oder in echt (warum eigentlich nicht? Am besten gleich die Handynummer dazu!): “Mein Name ist Meier!” “Müller, angenehm… und Meier mit “ay” oder “ei”?”

Der visuelle Typ kann sich Namen am besten über Bilder merken. Ein visueller Typ stellt sich vielleicht vor, dass Herr Meier – klingt ja wie “Maja”, vielleicht ein Fan von Biene Maja ist. Je blöder die Eselsbrücke umso besser.

Und du? Vielleicht bist du ja eher der auditive Typ – so wie viele andere auch: Eine Studie der Uni Montreal hat gezeigt, dass Menschen sich Wörter besser merken konnten, wenn sie diese Wörter laut einer anderen Person vorgelesen haben.

Auf unsere Namenmerken-Challenge übertragen heisst das: Den Namen von neuen Bekanntschaften möglichst oft laut wiederholen: “Danke, Herr Meier”, “Guten Morgen, Herr Meier”, “Herr Meier, wie geht’s Ihnen?” Und dabei dem Herrn Meier am besten noch in die Augen schauen und sich dabei diese Person einprägen. Dann kommt noch der visuelle Lerneffekt hinzu.

200 Namen in einer Viertelstunde schafft Gedächtnismeister Boris Konrad, von dem du dir hier noch mehr wertvolle Tipps holen kannst.

Gibts dafür nicht ne App?

Dumme Frage. Für alles gibt’s ‘ne App! In diesem Fall: “NameKeeper”, “Merk Mich”, “Name Shark”, “Namen merken” und wie sie alle heißen. Aber mal ehrlich – wieviel Hirn wollen wir denn noch auslagern?

Und wenn alle Stricke reißen, können wir doch auch ehrlich sein und möglichst früh sagen (nicht erst nach zwei Wochen): “Tut mir leid, jetzt hab ich leider ihren Namen vergessen, es war so viel am ersten Tag…”. Der andere Mensch wird es dir sicher verzeihen. Auch er hat ja nur so ein Steinzeithirn.

Aber jetzt: Teste doch mal dein Namensgedächtnis. Viel Spaß mit unserem Quiz 🙂

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