Das bedeutet die DSGVO für DICH

Dauernd diese Datenschutz-Mails – bei dir auch? In letzter Zeit sind diese zur Pest geworden, und auch wir sollen dauernd diese Erklärungen abgeben – es geht um die DSGVO. Die mediale Präsenz dieser 5 Buchstaben könnte aktuell nicht größer sein, denn ab heute gilt die neue Datenschutzgrundverordnung.

Aber was genau besagt die DSGVO?

Grundlegend kann man sagen, dass die DSGVO Unternehmen in allen EU-Ländern verpflichtet, ihre Kunden über die Datenverarbeitung präziser, transparenter, verständlicher und in leicht zugänglicher Form zu informieren. Dabei muss die Einverständniserklärung in einer klaren und einfachen Sprache verfasst werden – schwammige Formulierungen sind untersagt. Die neue Verordnung fordert außerdem, dass nur diejenigen Daten gespeichert werden dürfen, die absolut notwendig sind. Zusätzlich ist das Recht auf Löschung und “Vergessen” der Daten in der Verordnung verankert.

Wir alle sind davon betroffen

Wer sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt hat, sollte dies dringend tun, denn die Konsequenzen können hart sein: es drohen Abmahnungswellen und Strafen. Die komplette Verordnung kann online aufgerufen werden. Worauf du als Unternehmer oder Inhaber einer Webseite achten musst, erfährst du mit Hilfe dieser Checkliste.

Aber könnte die neue EU-Datenschutzverordnung, so wird die DSGVO auch genannt, auch dich als Privatperson betreffen?

 

 

 

 

 

Ab dem 25. Mai 2018 gilt: Jede digitale Anfertigung eines Fotos, auf dem Personen erkennbar abgebildet sind, ist eine Datenerhebung. Ohne Einwilligung dürfen personenbezogene Fotos nur noch von der so genannten „institutionalisierten“ Presse und dem Rundfunk sowie den für sie arbeitenden Journalisten und Unternehmen angefertigt und genutzt werden.

Das bedeutet: Wenn keine explizite Erlaubnis vorliegt, dürfen Personen nicht fotografiert werden, auch wenn diese nicht das Hauptmotiv sind. Denn bereits bei der Anfertigung des Bildes werden Zeit- und Ortsangaben gespeichert – dadurch lässt sich feststellen, wann eine abgebildete Person an welchem Ort war.

Ausnahme: Die Bilder werden lediglich für private Zwecke genutzt

Einzige anwendbare Ausnahme besteht für “natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten” (sog. Haushaltsausnahme). Allerdings ist “persönliche Tätigkeit” sehr schwamming formuliert. Ob das Veröffentlichen von Fotos anderer im Internet und den sozialen Netzwerken eine rein persönliche Tätigkeit sein kann, gilt es abzuwarten.

Wir haben uns gefragt, warum trotz der enormen Datensammlungsproblematik, sich vermutlich weiterhin niemand die wichtigen Nutzungsbedingungen durchlesen wird. Geht es dir ähnlich?

Liest du Nutzungsbedingungen?

Laut Wissenschaft – Nein. Denn rein statistisch gesehen, lesen lediglich 7 % der Verbraucher die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bei einer Neuanmeldung.

Das Ergebnis einer Studie der Universität Wien hat dies bestätigt. Dabei wurden 1000 Facebook Nutzer nach dem Inhalt der Nutzungsbedingungen gefragt. 99 % hatten keine Ahnung, welche Klauseln sie akzeptiert hatten. Lediglich 3 % hätten im Nachhinein zugestimmt.

Warum ignorieren wir AGB’s?

Gleicher Inhalt: Der Hauptgrund, weshalb sich viele Konsumenten die Nutzungsbedingungen nicht durchlesen ist, weil sie davon ausgehen, dass immer der gleiche Inhalt drin steht. Jeder Dritte Verbraucher nennt diesen Grund.

Komplizierte Formulierung: Die Nutzungsbedingungen sind in der Regel zu kompliziert. Wir sind gespannt, ob die DSGVO tatsächlich Abhilfe leisten wird.

Auf Richtigkeit vertrauen: Dass es ein Datenschutzgesetz gibt, ist vielen Menschen bekannt. Daher resultiert vermutlich auch der Schluss, dass Unternehmen dieses einhalten und die nötigen Vorkehrungen treffen.

Keine Zustimmung – keine Nutzung: Dir geht es bestimmt ähnlich. Du willst den Dienst nutzen – kannst dies aber nur mit Zustimmung der AGB’s. Also wofür die Zeit aufbringen? Lieber schnell akzeptieren und gleich loslegen!

Wie man den “Zustimmungswahn” der Internetnutzer für einen positiven Zweck nutzen kann, hat ein britischer Hotspot-Anbieter bewiesen. Jeder, der den Nutzungsbedingungen zugestimmt hatte, erklärte sich bereit, 1000 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Dazu gehörte beispielsweise das Reinigen von Festivaltoiletten.

Wenn du so etwas vermeiden willst, lohnt es sich vielleicht doch die Nutzungsbedingungen von Websites genauer durchzulesen.

Mehr zur DSGVO findest du auf unserer Facebook-Seite und auf Instagram.

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    Antoine Hauger Verfasst von: