Wo Teilen an seine Grenzen stößt…

Was man in einer Sharing Economy so alles teilt, haben wir euch schon gezeigt. Es gibt zahlreiche Portale, die uns das Teilen erleichtern und uns dabei helfen unsere Sharing Economy zu organisieren. Aber dazu findet ihr hier mehr.

Uns geht es in diesem Beitrag viel mehr darum zu erfahren, wo das Teilen seine Grenzen erreicht. Was würdest du auf keinen Fall mit jemandem teilen wollen? Sind es ganz banale Gegenstände, wie zum Beispiel deine Zahnbürste? Oder wie sieht´s mit deiner Freundin aus?

Als wir Menschen auf der Straße befragt haben, gab es bei den meisten eine sehr klare Grenze:

Persönliches, wie zum Beispiel das Deo, die Kopfhörer oder die Badehose sollte man aus hygienischen Gründen nicht teilen. Denn diese haben oft direkten Kontakt mit der Haut, wo sich zahlreiche Bakterien ansammeln und dann durch das Teilen übertragen werden können.

Jeder von uns ist bis zu einem gewissen Grad bereit, Dinge zu teilen.

Für viele ist es aber sehr wichtig zu wissen mit wem sie teilen. Das eigene Bett teilt man natürlich sehr gerne mit der Person, die man liebt bzw. mit der man sich auf einer emotional hohen Ebene bewegt. Aber Teilen ohne zu wissen mit wem und dann auch noch persönliche Gegenstände? No way…

Informationen, Ideen und digitale Daten, wie Musik und Fotos, teilen wir freizügig – Dinge von hohem materiellem oder persönlichem Wert teilen wir meistens nur mit Familie und Freunden. Denn die wenigsten von uns würden einem völlig Fremden den eigenen Autoschlüssel in die Hand drücken und beruhigt „Gute Fahrt!“ hinterher rufen oder ihm die eigene Wohnung für ein paar Tage überlassen.

Manchmal geht die Sharing Economy auch zu weit…

„Man muss die Dinge aber gar nicht hergeben, man kann sie auch einfach gleichzeitig gemeinsam nutzen“ – Benjamin Kirschner, Gründer von flinc (Mitfahrgelegenheit, wie auch blablacar).

Natürlich muss man nicht immer alles hergeben, um an der Sharing Economy teilzuhaben. Aber wie überall treibt es die Industrie bis in die Spitze:

Wie wär´s mit einem „Friends Forever Tampon“? Das soll ein Witz sein? Nein- ganz im Ernst: es gibt Tampons, die mit einer langen Schnur verbunden sind, damit beste Freundinnen ihre rote Welle gemeinsam überstehen können! Ach und keine Angst: für weite Entfernungen gibt´s dann auch eine extra lange Verbindungsschnur. Lest hier mehr über das teilen von Tampons.

Aber auch am Fahrradmarkt gibt es Reibungspunkte: London wird überrollt von asiatischen billig Mietfahrrädern. Dabei setzten die Anbieter auf Konfrontation statt Kooperation: seit Mitte Juli platzieren sie ohne vorherige Ankündigung ihre Bikes in einem Londoner Stadtteil. Doch der Bürgermeister reagierte schnell und ließ 130 solcher Mietbikes konfiszieren –  und zwar wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. So sollen achtlos geparkte Mietfahrräder den Zugang zu stark frequentierten Bahnhöfen behindert haben.

Für die Bewohner in Barcelona ist Airbnb auch eher ein Dorn im Auge. Die Mietpreise im Zentrum steigen deutlich an. So werden für viele Bewohner der Stadt Wohnungen in guten Lagen langfristig quasi unerschwinglich. In Berlin und New York gibt es bereits Regeln unter welchen Umständen private Zimmer an Touristen vermietet werden dürfen.

Das Teilen braucht Regeln

In einer Sharing Economy teilt man also nicht einfach alles und sofort sind alle glücklich. Neben den Dingen die man gar nicht teilen kann (oder einfach nicht teilen sollte), kommt es bei allen Dingen die geteilt werden vor allem auf eines an: Regeln im Umgang miteinander und im Umgang mit den geteilten Sachen. Wenn diese Regeln nicht beachtet, oder gar nicht erst aufgestellt werden, weil das neue Modell die Wirtschaft einfach überrollt, dann stößt auch die Sharing Economy an ihre Grenze.

Für die Umwelt und die knappen Ressourcen ist es aber immer besser, wenn die Menschen mehr nutzen anstatt besitzen. Deswegen sollten wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass dem Teilen in unserer Gesellschaft keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden.

Kathi und Sarah

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Katharina Paulus Verfasst von:

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