Wie super ist Superfood?

Super-lecker, super-„healthy“, super-importiert…Superfood?! Wir sehen es fast täglich auf Instagram, Facebook, Pinterest und Co.: Chiasamen-Pudding, Avocado auf Toast und Acai-Bowls getoppt mit Goji-Beeren. Alles wunderschön angerichtet und alles super gesund.

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Abgesehen davon, dass diese Bilder uns allen ein schlechtes Gewissen machen, während wir beim Frühstück in unseren Nutella-Toast beißen, haben die präsentierten Lebensmittel noch eines gemeinsam: Sie sind super…vermeintlich.

Es wird schon länger daran gezweifelt, wie gesund „Superfood“ tatsächlich ist. Aber das ist nicht das einzige Problem mit dem sich Super-Konsumenten auseinander setzen müssen.

Die externen Effekte von Superfood

Denn was sich für den einen wie eine super tolle Ernährung anhört, bedeutet für andere Ausbeutung und Hunger und für die Umwelt eine riesen Belastung. Betrachten wir doch ein paar der angeblichen Super-Lebensmittel mal etwas genauer.

Quinoa – Trend mit Schattenseiten

Quinoa wird für den Konsum fast ausschließlich in Peru, Bolivien und Ecuador angebaut. Bis es also von den Feldern eines südamerikanischen Bauers in den Regalen unserer Supermärkte landet, muss es einen sehr weiten Weg zurück legen. Die unterschiedlichen Transportmittel schleudern dabei so einiges an Abgasen in die Luft – nicht gerade förderlich für unser Klima.

Und auch die Einwohner Südamerikas leiden unter dem Quinoa-Boom in den westlichen Ländern, denn eine gesteigerte Nachfrage treibt den Preis in die Höhe. In Folge dessen, können sich viele ihr ehemaliges Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Sie werden gezwungen auf weniger nahrhafte Lebensmittel umzusteigen.

Wer beim Quinoa-Kauf also nicht gerade auf Fairtrade Produkte zurück greift, sollte sich auch über die Folgen des Konsums bewusst werden.

Avocado ist ein Wasserschlucker

Die Avocado wächst am besten dort, wo es richtig schön warm ist. Aber die Avocado braucht zum Wachsen vor allem auch eines: Wasser. Ein Kilogramm der exotischen Super-Frucht (das sind zweieinhalb Avocados) verbraucht 1.000 Liter Wasser – und das in Ländern, in denen das Wasser ohnehin schon knapp ist. Nur zum Vergleich: Ein Kilogramm Tomaten kommt mit 180 Litern aus.

Sind Chiasamen superbelastet?

Anders als bei vielen anderen angeblichen „Superfoods“ lässt sich bei den Chiasamen, die positive Wirkung auf unseren Körper nicht abstreiten. Aber auch die geschmacksneutralen Samen, die sich beim Kontakt mit Wasser in Pudding verwandeln, stammen wie die Avocado und Quinoa hauptsächlich aus Südamerika. Doch nicht nur das: Chiasamen werden häufig mit Pestiziden und Mineraldüngern bearbeitet. Und das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Produkt selbst.

Kann ich mich auch ohne Superfood super ernähren?

Die meisten Superfoods kommen also von weit her. Oft sind sie zusätzlich auch noch sehr teuer. Da wäre es doch besser auf heimische Alternativen zurückzugreifen.

Leinsamen ersetzen zum Beispiel die Chiasamen, gegen Bluthochdruck hilft Hagebutte mindestens genauso gut wie Matcha und für die Verdauung tut´s auch eine Tasse Kamillentee. Auch die Ernährungsexpertin Britta Klein weiß:

„Es gibt nichts, was die Goji-Beere kann, was die Schwarze Johannisbeere nicht könnte. Die beiden Beeren sind eigentlich identisch“

Ja tatsächlich stehen unsere regional wachsenden Beeren den Superfoods aus der Ferne in nichts nach: Heidelbeeren, Sauerkirschen, aber auch die Schwarze Johannisbeere sind daher gute Alternativen– sie enthalten ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe und sind reich an Proteinen, Calcium und Vitaminen.

Natürlich haben wir auch eine Alternative zu Quinoa gefunden. Weizen, Dinkel oder auch Grünkern sind regionale Getreidesorten, die ähnliche Wirkungen aufweisen. Teilweise wird auch Hirse als Ausweichmöglichkeit vorgeschlagen, jedoch ist der CO2-Fußabdruck hier ähnlich zum Quinoa…

Hier nochmal einige Superfoods im Test:

Ob ihr sie nun super findet oder nicht, über eines müsst ihr euch beim Verzehr von Produkten des Superfood-Hypes im Klaren sein: Fast alle belasten in irgendeinem Ausmaß die Umwelt oder andere Menschen. Also wenn ihr das nächste Mal etwas besonders gesundes essen wollt, greift vielleicht lieber zu einem der super-regionalen Lebensmitteln.

Und jetzt: Guten Appetit!

Kathi und Sarah

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