Social Media zerstört eure Freundschaft

Aus Langeweile habe ich gestern mal kurz nachgeschaut: Auf Facebook habe ich knapp 600 Freunde, ich bin in mindestens 10 Gruppenchats bei WhatsApp und auf Snapchat habe ich mir nicht die Mühe gemacht, die Kontakte zu zählen.

Es ist heutzutage leichter als jemals zuvor, sich eine Unmenge an sogenannten „Freunden“ zu zulegen. Doch die meisten dieser Freundschaften sind alles andere als echt…

Wer sind denn überhaupt meine Freunde?

Facebook bescheinigt mir mit so gut wie jeder Person, mit der ich in Kontakt trete, die Freundschaft. Snapchat geht bei der ganzen Sache sogar noch einen Schritt weiter und teilt mithilfe von Emojis meine Kontakte automatisch in meine „Allerbesten Freunde“, „Besten Freunde“ und „Besties“ ein. Manche dieser Personen würden mich allerdings mit ziemlicher Sicherheit auf der Straße nicht mal grüßen.

Wie soll man als junger Mensch da noch zwischen echten und virtuellen Freunden unterscheiden können?

Eine einfache, wissenschaftliche Definition des Begriffs „Freundschaft“ ist nicht leicht zu finden, denn auch die Forscher tun sich mit diesem weitläufigem Begriff schwer. Sie verstehen darunter eine freiwillige, persönliche Beziehung, die auf gegenseitiger Sympathie, Vertrauen und Unterstützung beruht, nicht aber auf Verwandtschaft oder einem sexuellen Verhältnis. Dabei ist es egal, wie lange die Freundschaft schon besteht oder vorher die Freunde sich kennen.

Da ist also schon das erste Problem zwischen den Bekanntschaften auf den Sozialen Netzwerken und meinen echten Freunden: Ein großer meiner Facebook-„Freunde“ und auch einige meiner Snapchat- und WhatsApp-Kontakte fallen bei einem Vergleich durch fast jeden dieser Punkte durch. Da bleibt wohl nur noch eins: Ausmisten!

Aber auch wenn es geschafft ist die wahren Freunde von den virtuellen Bekanntschaften zu trennen, stellen Facebook, WhatsApp und Co. unsere Freundschaften immer wieder vor ein paar Zerreißproben:

Nie allein und doch einsam

Es war zum Beispiel noch nie einfacher als heute, eine Verabredung im letzten Moment noch sausen zu lassen. Ein kurzes „Sorry, ich schaff´s heute nicht mehr“ über WhatsApp und ein Treffen ist geplatzt. Kann ich mich auf meine Freunde überhaupt noch verlassen, wenn sie es nicht mal schaffen einen Kaffee mit mir zu trinken?

Die Berliner Psychotherapeutin Franziska Kühne sieht Gefahren bei Social-Media-Freundschaften, denn die Beziehung werden immer unverbindlicher.

Außerdem ist die Online-Kommunikation rein passiv. Dabei geht alles verloren, was man brauch um Nähe aufzubauen und die Freundschaft zu stabilisieren. Die Folgen davon:

„Die Menschen fühlen sich zunehmend einsamer, was in Unzufriedenheit, Frustration oder dysfunktionalem Verhalten mündet“, sagt Kühne.

Auch wir haben in unserem interaktiven Film zum Thema Glück festgestellt: Gute Freunde braucht man zum glücklich sein. Und zu viel Freundschaft im Netz und zu wenig im echten Leben, das kann auf Dauer extrem unglücklich machen, wie ihr auch in dem Kurzfilm „A Social Life“ sehen könnt:

Schon immer waren Dinge, wie Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Offenheit wichtige Träger einer Freundschaft. All das nehmen uns Facebook, WhatsApp und Co…Und wir merken es oft gar nicht!

Also: Geht vor die Tür, trefft euch (und sagt nicht vorher via WhatsApp ab), erlebt gemeinsam Dinge in der echten und nicht in der virtuellen Welt, seid für einander da und rettet eure Freundschaft vor Social Media.

Ach übrigens…Social Media wirkt sich nicht nur schlecht auf deine Freundschaften aus, es kann auch ein echter Glücksdieb sein! Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema findest du hier.

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Sarah Estor Verfasst von:

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