Kommt die Menschmaschine?

Die Roboter sind unter uns. Im Haus. Wir haben ihren Meister besucht.

Eine kleine, unscheinbare Tür an unserer Hochschule. Mach sie auf, und dir fällt die Kinnlade runter. Es ist groß, es ist hoch, es ist – Science Fiction? Nein, das Roboter-Labor von Professor Schlegl ist Gegenwart.

Schlegl ist Robotiker aus Leidenschaft, seine Begeisterung ansteckend. Er promovierte über Roboterhände, experimentierte mit Robotern in Tokio und kam dann an die OTH.

Wir haben ein paar Fragen an den Robotik-Professor. Wie intelligent sind Roboter heute wirklich? Wird bald jeder zweite Arbeitsplatz von Robotern ersetzt? Werden die Maschinen den Menschen beherrschen?

Zunächst mal muss der Mensch die Maschine in den Griff kriegen. Einer davon sitzt an einem Laborcomputer und hackt unverständliche Zahlenreihen in die Tasten. Der Informatikstudent soll einem Greifarm-Roboter beibringen, Werkzeuge aus einem Regal zu holen und einem Menschen hinzuhalten, ohne dabei etwas kaputt zu machen.  Klingt schlau. Ist dieser Greifarm nun schon „künstlich intelligent“?  Professor Schlegl spricht lieber von “Greifarmen mit sauber programmierten Regelkreisen“. Das klingt eher nach Handwerk als nach R2D2.

Was ist überhaupt ein Roboter? Ein Automat? Ein Maschinenwesen? Schlaues Werkzeug? Einfach gesagt: Eine Maschine, die ohne menschliches Eingreifen bestimmte, vorprogrammierte Aufgaben erledigen kann. Ein Roboter beherrscht verschiedene Bewegungsachsen. Das kann ein Greifarm sein, oder eine Kampfdrohne oder ein Staubsaugroboter.

Und wie lange dauert es noch, bis aus “Greifarmen mit Regelkreisen” richtig schlaue, humanoide Roboter werden – wie im Kino? Sieht so die Zukunft aus? Oder ist der Atlas-Roboter nur Spielerei?

Dass menschenähnliche Roboter überhaupt Sinn machen, bezweifelt der Regensburger Robotik-Professor stark. So sei etwa der menschliche Gehapparat durchaus ein technisches Wunderwerk – aber energetisch bringen unsere Beine und Füße uns nicht wirklich weiter. Bei jedem Schritt wird gebremst und wieder gestartet, da setzt schon ein Paralympics-Läufer mit federnden Unterschenkelprothesen die Energie besser um. Wozu also den menschlichen Gehapparat nachbauen, Arme, Beine, Kopf, Körper? Ein humanoider Roboter mag am Ende zwar cool aussehen, aber im Grunde gibt’s das ja schon längst. Nennt sich Homo Sapiens und ist nicht nur künstlich sondern sogar richtig intelligent.

 

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Florian Lemberger Verfasst von:

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