Jobsharing: Heute du, morgen ich

Melanie und Melanie teilen sich nicht nur den Vornamen sondern auch ihren Job. Für sie ist Realität, wovon andere träumen: Sie machen Karriere – auf einem geteilten Job.

Sharing Economy heißt teilen: Das Auto, die Wohnung oder das Sofa… warum also nicht auch den Job?

 

„Gemeinsam bringen wir eine beachtliche Kompetenz im Kommunikationsbereich mit. Eine einzelne Person könnte ein derart breites Erfahrungsspektrum nicht abdecken“, sagt die eine Melanie. Oder war’s die andere? Egal, die beiden sind eh sozusagen rechte und linke Gehirnhälfte.

Beim Jobsharing arbeiten zwei Menschen gemeinsam auf einer Arbeitsstelle und ergeben zusammen eine Vollzeitarbeitskraft. Sie teilen also eine der knappsten Ressourcen, die es überhaupt gibt – die eigene Zeit – und erzielen damit positive Effekte für sich selbst.

Weniger arbeiten, auch in einer führenden Position?

Das sind nicht einfach zwei Teilzeitstellen. Teilzeitkräfte bekommen of einfach weniger Aufgaben oder längere Fristen für ein Projekt. Ein solches Arbeitsmodell lässt sich oft nicht so leicht mit Führungspositionen vereinbaren.

Beim Jobsharing läuft das anders. Beide Mitarbeiter teilen nicht nur die Zeit untereinander, sie teilen auch miteinander: Ihre Aufgaben und Projekte. Das heißt, so lange du dir Zuhause die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, erledigt ein anderer deine Aufgaben. Du musst also nicht auf Kosten der Karriere und des Berufs auf Familie oder Hobby verzichten. Das nenne ich mal Work-Life-Balance!

Geht das wirklich so einfach?

Natürlich gibt es auch ein paar Voraussetzungen, um sich seinen Job zu teilen. Die erste und wichtigste ist in jedem Fall: Der richtige Partner.

Eine Arbeitsstelle, die für eine Person vorgesehen ist, kann nur dann von zwei besetzt werden, wenn die beiden sich wirklich vertrauen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Aufgaben von beiden gleichermaßen gewissenhaft bearbeitet werden, und dass keiner Entscheidungen trifft, die der andere nicht treffen würde. Linke und rechte Gehirnhälfte eben. Halten die sich nicht gegenseitig auf dem Laufenden landet man schnell im Chaos.

Außerdem ist es wichtig, dass das Tandem-Gespann mit einem Team zusammen arbeitet, das beide als gleichwertige Kollegen sieht und akzeptiert. Keiner sollte die größere Autoritätsperson oder der wichtigere Ansprechpartner für die Mitarbeiter sein, sondern das Team sollte, egal wer die Stelle gerade besetzt, immer gleich gut funktionieren.

 

Und, wie sehen das die Arbeitgeber?

Für Unternehmen entstehen durch dieses Konzept zwar höhere Lohnkosten, und natürlich ist die ganze Sache trotz allem ein hoher Koordinationsaufwand – statt einer qualifizierten Arbeitskraft muss man jetzt zwei suchen. Aber: Glückliche Menschen sind eindeutig produktiver! Das wurde von einer Studie der University of Warwick bestätigt. Wenn also gleich zwei glückliche Menschen, gemeinsam an einer Stelle arbeiten, ergibt das für den Arbeitgeber eine bessere Qualität der Ergebnisse in weniger Zeit.

Das will ich auch!

Das willst du auch? Dir fehlt nur noch der richtige Partner? Dann schau mal bei Portalen wie Tandemploy oder WeJobshare vorbei. Hier können sich potentielle Jobsharer registrieren und Partner finden – kennst du ja vielleicht schon vom Onlinedating ;-).

Hat man sich dann erstmal gefunden, kann mann sich initiativ auf eine Vollzeitstelle bewerben. Am besten mit einem guten Plan und einer guten Gesprächsstrategie. Am besten sucht man gezielt Firmen, die Jobsharing anbieten oder gezielt nach solchen Bewerbern suchen. Sowas gibt’s – auf Tandemploy zum Beispiel mit einer Übersicht von sogenannten „Tandemployern“. Und diese Liste ist gar nicht mal so kurz! Darunter sind zum Beispiel die Sparda Bank, innogy SE oder METRO.

Also, los! Bewerbt euch im Doppelpack und teilt euch eure Zeit!

 

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Sarah Estor Verfasst von:

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