Glücksdiebe, Woohooo!

Superschlanke Bikinimodels räkeln sich – fruchtige Cocktails schlürfend – an Traumstränden um die Welt. Umschwärmt von durchtrainierten Männern, die ihre schicken Sportwägen jeden Tag in einer anderen bezaubernd schönen Stadt parken. Bei Facebook sind sie alle schön. Bei Instagram noch schöner. 

Wohin man auch klickt: Neidfaktor. Neid, worauf eigentlich? Auf das, was uns die ach so glücklichen Influencer sehen lassen wollen?

Leben für die Instalikes

Die Realität wird zur Kulisse, die Jagd nach Momenten mit Likepotenzial zum Wahn. Du glaubst, das machen nur die anderen?

Der erste Schnee, das nächste Babylachen, der letzte Drink. Alle teilen alles, permanent. Und liken. Und wollen geliked werden. 3,5 Milliarden mal pro Tag, allein bei Instagram. Für ein Like wird die Katze geföhnt, auf dem Baukran balanciert und das Duckface gephotoshopped bis zur Unkenntlichkeit. 

Du kannst ihn auslachen, den Sonnenbrillentypen. Dich über ihn stellen. Aber irgendwo tief drinnen vielleicht – gib’s zu: Das Wetter ist schöner bei ihm. Seine Zähne sind weißer als deine. No dautabautit. Und wenn du dich mit „so einem“ nicht vergleichst, dann vielleicht mit dem Klassenkameraden von früher, der schon wieder einen „neuen Jobtitel“ postet? Mit der Nachbarin, die nochmal im Facebook-Livestream auf dem Eisbach surft? Bevor sie für ein Jahr auf Weltreise geht, selbstverständlich vegan, CO2-neutral und für einen guten Zweck. Wie ist es bei dir? Nicht so toll. Die anderen sind toller. Die anderen sind Diebe deines Glücks, ob sie wollen oder nicht. Die sozialen Netzwerke ihre Erfüllungsgehilfen. Und du lässt dich beklauen. 

Dass der Vergleich mit anderen – insbesondere über Soziale Netzwerke – unglücklich macht, belegt nicht nur eine Studie. Je mehr Zeit Menschen auf Facebook verbringen, desto stärker scheinen sie davon auszugehen, dass andere Menschen glücklicher sind und ein besseres Leben führen als sie.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Søren Kierkegaard

Also raus aus Facebook und glücklicher werden? Weg vom Zeitfresser, vom Augenblickezerstörer, raus aus dem Vergleichshamsterrad. Dänische Glücksforscher wollten wissen, ob das geht und haben es mit über 1000 zufällig ausgewählten Menschen getestet. Ergebnis: Ja! Nach einer Woche ohne Facebook waren die Probanden signifikant glücklicher als vorher.

Die schönsten Momente im Leben sind die, in denen man vergisst, das Handy aus der Tasche zu holen. Stimmt’s?

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Ronya Steputtis Verfasst von:

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