Fake News im Wahlkampf

Die Bundestagswahl 2017 rückt immer näher. Doch bevor es soweit ist, werden wir im Wahlkampf mit Informationen über die einzelnen Parteien und Kandidaten überschüttet. Es erscheinen diverse Artikel, die unsere Meinungen beeinflussen sollen. Aber ist Dir klar, dass unter den Veröffentlichungen auch etliche Lügen verbreitet werden?

So sind zum Beispiel sieben der zehn erfolgreichsten Artikel über Angela Merkel auf Facebook Fake News. Das meldete „Buzzfeed“ nach eigener Untersuchung vor wenigen Tagen. Deshalb stellen wir uns jetzt die Frage: Hat das Phänomen Fake News damit auch Folgen für die nahende Bundestagswahl? Und welche Rolle spielen Online-Manipulationen im deutschen Wahlkampf?

Der Kampf gegen Cyberattacken

Lügen, Hetze und Gerüchte werden in sozialen Netzwerken gezielt verbreitet, um Ängste zu schüren oder politisch Stimmung zu machen. Auch US-Wahlcomputer waren anfällig für Cyberattacken. Die E-Mail-Accounts von Hillary Clinton und den Demokraten wurden geknackt. Auch Frankreichs Präsidentschaftskandidat Macron sollte durch Leaks belastet werden. Wie wappnet sich Berlin gegen solche Angriffe?

So gehen Parteien gegen Fake News vor

„Wir erleben seit einem Jahr, dass vor allem rechte Kreise über Facebook und andere soziale Medien Falschmeldungen über die Grünen verbreiten. Wir rechnen damit, dass das in den nächsten Wochen weiter deutlich anwachsen wird.“, sagte der Wahlkampfmanager der Grünen, Robert Heinrich

Doch die Grünen wissen sich zu helfen: zur Abwehr von Falschmeldungen haben sie eine eigene „Netzfeuerwehr“ aus 2600 grün-affinen Nutzern in den sozialen Medien etabliert, die die Falschmeldungen erkennen und bekämpfen sollen. Auch die Grünen-Politikerin Renate Künast war im vergangenen Jahr juristisch gegen die Urheber von Falschmeldungen bei Facebook vorgegangen.

Bei der CSU kämpft man ebenfalls mit Falschmeldungen – doch die Partei nennt keine Details. Das ist dem „Streisand-Effekt“ geschuldet. Sie wollen durch den Versuch die Fake News zu unterdrücken nicht noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf sie lenken. Die CSU hat aber eine klare Meinung, wie das Problem als Ganzes angegangen werden sollte:

„Zentral ist die Stärkung der Medienkompetenz, damit Bürger selbständig Fakten von falschen Informationen unterscheiden und Quellen nach ihrer Objektivität bewerten können. Plattformen und Soziale Netzwerke müssen zudem die Voraussetzungen schaffen, gezielte Desinformationskampagnen durch Bots und Botnetze zu erkennen und zu unterbinden.“

Wie könnt ihr Fake News selbst erkennen?

In unserem interaktiven Film zum Thema Fake News haben wir euch schon einige Techniken gezeigt, die euch helfen Falschmeldungen zu identifizieren. Besonders wichtig ist es (vor allem bei Nachrichten, die ihr auf Facebook und Co. findet) die URL der vermeintlichen Meldung zu kontrollieren. Oft sind Fake News im Design bekannt Medienmarken verkleidet. Ein Blick auf die URL im Vergleich mit der Originalen hilft aber meisten sofort dabei einen Fake zu entlarven.

Aufpassen müsst hier auch bei Nachrichten, die auf Seiten erscheinen, die kein Impressum besitzen. In Deutschland ist das nämlich verpflichtend. Webseiten ohne Impressum solltet ihr deswegen nicht vertrauen.

Auf Facebook werden Nachrichten ab sofort sogar von Faktencheckern geprüft. Zweifelt jemand den Wahrheitsgehalt einer Meldung an, erscheint eine entsprechende Warnung unter dem Posting.

Außerdem gibt es sogar eine eigene „Fake News Suchmaschine“. Auf der Seite http://hoaxsearch.com könnt ihr ganz einfach nach Stichworten suchen und findet die bekannten Falschmeldungen zu diesem Thema.

Mit diesen Informationen und Tools solltet ihr jetzt für die Bundestagswahl perfekt gewappnet sein und könnt echten von falschen Wahlkampf leichter unterscheiden.

Kathi und Sarah

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Sarah Estor Verfasst von: