Fast Fashion: Sie bezahlen dein Shopping

Wer bezahlt dein Shopping? Du, na klar. Und ein paar andere Leute. Sie arbeiten für „Fast Fashion“. Das ist kein Modelabel. Aber von vorne.

Jaja. Wir sollen nicht mehr fliegen, kein Fleisch mehr essen und, na klar, auch keine Billigklamotten mehr tragen. Die werden in moderner Sklaverei hergestellt, in Kambodscha, Indien oder auch in Italien. Aber was zieh ich dann an? Alle Modelabels stecken doch mit drin, und „faire Mode“ ist langweilig. 

Krasser Wandel: Von Fashion zu Fast Fashion

Es war mal normal, sich drei oder vier Kleidungsstücke im Jahr zu kaufen, heute gibt uns jede Party, jedes Date oder einfach nur der Wochenbeginn den Anlass für ein neues T-Shirt, ein neues Kleid, eine neue Jeans. Erkennst du dich wieder? Dann bist du nicht alleine.

Auf der anderen Seite steht Big Business: Der Modeindustrie kommt Fast Fashion sehr gelegen. Mode als Wegwerfartikel, Konsumwahnsinn. Guter Film dazu:  „The True Cost – der Preis der Mode“. Den Film gibt’s auf DVD und bei Netflix.

 

Die Macht der Modeindustrie

Für den Profit drücken westliche Mode-Multis die Preise der produzierenden Firmen in Billiglohnländern wie Bangladesch oder Kambodscha. Das Druckmittel ist immer das gleiche: „Produzierst du nicht zu meinen Bedingungen, dann gehe ich zur Konkurrenz!“ Viele Regierungen machen mit bei der Lohndrückerei, es geht ja auch um Arbeitsplätze, wenn auch zu Mindestlöhnen von weniger als 3 Dollar pro Tag und zu menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Nicht selten fordern Fabrikeinstürze Todesopfer. Welche Shoppingqueen würde ihre Highheels in so eine Hölle setzen?

The global marketplace is some place where we export work to have happen in whatever conditions we want. And then the products come back to me cheap enough to throw away without thinking about it. – Stephen Colbert

Die Folgen für die Umwelt

Ein Großteil der Baumwolle, welche für die Produktion der Kleidung benötigt wird, ist genetisch verändert. Das Modifizieren des Saatgutes macht es möglich, dass die Pflanzen z.B. mehr Pestizide vertragen können. Rückstände der Chemikalien verseuchen den Boden, was wiederum schlimme Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen hat. Landwirte erkranken oft schwer, auch an Krebs. Ihre Kinder kommen unterentwickelt oder geistig behindert zur Welt. Wer gegen das Gift etwas tun will, hat zwei Gegner: Eine mächtige Industrielobby. Und uns, denn wir wollen shoppen.

Das Problem sind wir, getrieben von persönlichem Interesse (mein Konsum) und Profitstreben (Modeindustrie). Das ist erstmal nichts Böses, nur: Es entstehen Externe Effekte, die nicht geregelt und schon gar nicht bezahlt werden beim Kauf eines T-Shirts für 5 Euro. Sie beeinflussen die Lebensumstände in Billiglohnländern, die Natur weltweit und langfristig auch uns persönlich – die Konsumenten und Käufer der „schnellen Mode“. Denn die Armut ist mobil geworden, vielleicht stehen die Sklaven von heute schon morgen vor unserer Tür.

Wir leben – noch – in einem irreführenden VerbraucherKapitalismus. Fast Fashion können wir uns leisten, weil wir andere ausbeuten. Sie bezahlen den wahren Preis.

 

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Ramona Brandl Verfasst von:

Ein Kommentar

  1. August 16, 2017
    Antworten

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